15
Jan
2012

Buchbesprechung: Peter Sloterdijk - Gottes Eifer. Vom Kampf der drei Monotheismen.

Ein weiterer spannender Essay von Peter Sloterdijk, herausgegeben in einem handlichen und schön editierten Buch im Verlag der Welt Religionen. Im vorliegenden Essay setzt sich Sloterdijk mit den drei abrahamischen oder monotheistischen Religionen und ihrem wechselseitigen Verhältnis auseinander. Im Verlauf des Textes fügt Sloterdijk dann noch stellenweise den Kommunismus als eine Art atheistischer Monotheismus zu seinen Ausführungen hinzu.
Sloterdijk untersucht die drei großen Monotheismen aus einer kulturwissenschaftlich und philosophischen Perspektive. Gelegentlich fließen auch Elemente seiner allgemeinem Immunologie ein, die uns Sloterdijk als Ersatz für Metaphysik und Theologie vorschlägt (siehe dazu „Du musst dein Leben ändern“ vom selben Autor).
Das Buch liest sich, für sloterdijksche Verhältnisse, relativ leicht und ist übersichtlich und klar strukturiert. Die Beschreibung der drei Religionen im Kapitel "Die Aufstellungen" fällt kurz und schematisch aus und bietet so keine großen Überraschungen oder Einsichten. Im Kapitel "Die Pharmaka" beschreibt Sloterdijk mögliche Auswege aus dem Kampf der drei Monotheismen. Auch dieses Kapitel hält wiederum keine großen Überraschungen parat. Als Pharmaka verschreibt Sloterdijk den Monotheismen ein Abrücken vom Absolutheitsanspruch. Es muss, so Sloterdijk, neben der Auswahl zwischen Schwarz und Weiß eben auch immer Grau zu Verfügung stehen, um die Möglichkeit eines Zusammenlebens zu gewährleisten. Neben dem Abrücken vom Absolutheitsanspruch hin zu einer Mehrwertigkeit verschreibt Sloterdijk den Monotheismen auch Humor und eine Zivilisierung durch Institutionalisierung. Im abschließenden Kapitel, "Nach Eifer" genannt, lässt Sloterdijk den Kampf der Monotheismen im Ethos einer Allgemeinem Kulturwissenschaft aufgehen. Er schreibt: "Globalisierung heißt: Die Kulturen zivilisieren sich gegenseitig. Das Jüngste Gericht mündet in die alltägliche Arbeit. Die Offenbarung wird zum Umweltbericht und zum Protokoll über die Lage der Menschenrechte." Als Instrumentarien einer zukünftigen globalen Biopolitik gibt Sloterdijk die demographische Aufklärung (mit Hinweis auf Gunnar Heinsohn und dessen Buch Söhne und Weltmacht) und eine aktualisierte Entwicklungspolitik an.
Auch wenn das Buch keine großartigen theoretischen oder faktischen Erkenntnisse bereit hält, bietet es, wie man es von Sloterdijk schon gewohnt ist, auf jeder Seite ein Fülle an gelungenen Formulierungen und neuen Ansichten und Einsichten. Gottes Eifer ist auf jeden Fall ein lesenswerter Beitrag zur Diskussion um die Rolle der Religion im Europa des 21. Jahrhunderts.

6
Nov
2011

Buchbesprechung: Peter Sloterdijk - Du mußt dein Leben ändern. Über Anthropotechnik.

Du mußt dein Leben ändern. Unter diesem für eine philosophisches Werk eher ungewöhnlichen Titel hat der Philosoph Peter Sloterdijk ein fulminantes Werk vorgelegt. Nach seinem Buch „Gottes Eifer: Vom Kampf der drei Monotheismen“ beschäftigt sich Sloterdijk nun wieder, wenn auch nur indirekt, mit dem Thema Religion. Gleich zu Beginn des Buches macht Sloterdijk die überraschenden Feststellung, dass es eigentlich keine Religionen gibt. Richtiger wäre es, so Sloterdijk, eine anthropotechnische Neubeschreibung religiöser Phänomen als spirituelle Übungssysteme vorzunehmen. Genau diese Neubeschreibung unternimmt der Autor dann auch mit einer Reihe von Beispielen aus der europäischen und indischen Religionsgeschichte. Erweitert werden diese Beobachtungen religiöser Phänomene um Beobachtungen in der Kunst und im Sport. In allen diesen Bereichen erkennt Sloterdijk eine von ihm so benannte Vertikalspannung am Werk, die Menschen, kurz gesagt, zu Höherem anspornt oder hinaufzieht. Die Methoden die Menschen unter Vertikalspannung in den verschiedensten Lebensbereichen seit Jahrhunderten anwenden, um sich selbst zu verbessern oder an sich selbst zu arbeiten, nennt Sloterdijk Anthropotechnik. Der Begriff Anthropotechnik, so wie ihn Sloterdijk in diesem Buch versteht, hat keine biologistischen oder gentechnischen Konnotationen. Vielmehr erinnert die Verwendung des Begriffst an Foucault der ähnliche Phänomene mit dem Begriff „Technologien des Selbst“ beschrieben hat. Der von Sloterdijk eingeführte Begriff Anthropotechnik hat den Vorteil, dass er es ermöglicht Zusammenhänge zwischen verschiedensten Phänomenen des menschlichen Lebens zu erkennen. Man könnte sagen, dass der Begriff Anthropotechnik die anthropologische Erkenntnis bedeutet, dass der Mensch das Tier ist, das an sich selbst arbeitet, um ein Sein im Werden zu sein. Üben, üben, üben, oder ständiges Wiederholen ist die anthropotechnische Methode zur Selbstverbesserung. Auch Weltverbesserung geht nur über den Weg der Selbstverbesserung. Abkürzungen zur Weltverbesserung durch Revolutionen ohne gleichzeitige Selbstverbesserung und gesellschaftlicher moralischer Evolution enden meist in einer Sackgasse. Dies belegt Sloterdijk mit einigen eindrücklichen Beispielen aus der Geschichte des Kommunismus im 20. Jahrhundert.
Du mußt dein Leben ändern!, so lautet also der von Sloterdijk formulierte absolute Imperativ. Wer oder was hat allerdings die Autorität uns postmodernen und freien Menschen so etwas vorzuschreiben? Die moralische Instanz die uns dies vorschreibt ist nach Sloterdijk kein Gott sondern die sich abzeichnende globale Krise. In einer Welt die von multiplen sich gleichzeitig verstärkenden Krisen (Klimakrise, Finanzkrise, Rohstoffkrise, Nahrungsmittelkrise, Bevölkerungskrise, etc.) geprägt ist, ist es ohne weiteres einsichtig, dass es so nicht weitergehen kann. Wie genau wir allerdings unser Leben ändern sollen, sagt uns Sloterdijk nicht. Und das ist auch gut so. Denn bewältigt wird die Krise nicht durch einen globalen Masterplan, sondern durch den Willen eines jeden einzelnen sein Leben zu ändern und so den Bogen zu schlagen von der Selbstverbesserung zur Weltverbesserung.

17
Jan
2010

Buchbesprechung: Volker Seitz – Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann

Der pensionierte deutsche Diplomat Volker Seitz legt mit seinem Buch „Afrika wird armregiert“ einen persönlichen Erfahrungsbericht aus 17 Jahren beruflicher Tätigkeit in verschiedenen Ländern Afrikas vor. In all diesen Jahren hat Seitz die deutsche Entwicklungszusammenarbeit bestens kennen gelernt und beschert uns nun, laut Buchumschlag, ein Plädoyer für eine radikale Änderung der Entwicklungspolitik. Vor allem vor dem Hintergrund der von vielen Seiten geforderten Verdoppelung der öffentlichen Entwicklungshilfe, oder gar deren Steigerung auf 0,7% des Bruttonationaleinkommens, ist das Plädoyer von Volker Seitz als wichtiger Beitrag zur Debatte um Sinn und Unsinn der Entwicklungszusammenarbeit ernst zu nehmen.
Schon auf den ersten Seiten des Buches wird klar, dass Seitz die real existierende Entwicklungszusammenarbeit für wenig effektiv, ja teilweise sogar schädlich hält. Das Problem laut Seitz ist nicht die Quantität, sondern die Qualität der Entwicklungszusammenarbeit.
Das Buch ist in mehrere Abschnitte mit Unterkapiteln gegliedert. Im ersten mit „Kritik der reinen Unvernunft“ betitelten Abschnitt setzt sich Seitz mit verschiedenen Facetten der Entwicklungszusammenarbeit auseinander, die seiner Ansicht nach unvernünftig bis schädlich sind. In diesem Zusammenhang kritisiert Seitz unter anderem den „Irrgarten Entwicklungshilfe“ in dem sich eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Organisationen wenig koordiniert tummle und die direkte Budgethilfe für Entwicklungsländer, die oft in dunklen Kanälen versickere.
Im nächsten Abschnitt „Prinzip Verantwortung“ geht Seitz auf die für ihn wahren Ursachen der fehlenden Entwicklung in Afrika ein. Er beschreibt hier seinen Eindruck von den afrikanischen politischen Eliten, es geht um Korruption, Misswirtschaft und schlechte Regierungsführung. Seitz macht uns hier klar, dass er für die vielseitigen Probleme Afrikas die Schuld hauptsächlich in der afrikanischen Politik und bei den afrikanischen Eliten sieht.
Im nächsten „Entwicklungshindernisse“ genannten Abschnitt zählt Seitz eine lange Liste an Hindernissen auf. Die Liste ist allerdings wenig systematisch und kann nicht den Anspruch auf Vollständigkeit haben. So geht Seitz beispielsweise auf einige der wichtigsten Entwicklungshindernisse, wie Bürgerkriege, fehlende regionale und internationale Marktzugänge oder zu geringe landwirtschaftliche Produktivität, kaum oder gar nicht ein. Auf der anderen Seite aber erwähnt Seitz kaum wissenschaftlich haltbare Faktoren, wie das angebliche fehlende Zeitgefühl der Afrikaner, als Entwicklungshindernis.
Im nächsten Abschnitt „Lehrstoff Entwicklungshilfe“ setzt sich Seitz noch einmal kritisch mit der Entwicklungshilfeindustrie auseinander. Unter anderem kritisiert er dabei die Vereinten Nationen als globale Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und fordert einen Rechnungshof für Entwicklungshilfe.
Im vorletzten Abschnitt„Was muss sich ändern?“ macht Seitz eine ganze Reihe von Vorschlägen zur Veränderung der Entwicklungszusammenarbeit. Viele der Vorschläge sind allerdings wenig innovativ können kaum als Zeugnis für eine radikale Änderung der Entwicklungspolitik herhalten, so wie es der Klappentext verspricht. Unter anderem fordert Seitz eine stärkere Unterstützung von Frauen, eine Förderung der Landwirtschaft, vermehrten Zugang zu Kleinkrediten für Arme und bessere Hochschulbildung. All dies sind Vorschläge die schon seit Jahren Bestandteil der Entwicklungspolitik vieler OECD Länder sind. Am radikalsten ist vielleicht seine Forderung, dass die Entwicklungszusammenarbeit sich auf die Unterstützung von Ländern mit guter Regierungsführung konzentriere. Allerdings ist auch diese Forderung nicht ganz neu. Präsident Bush hat dies bereits 2004 mit seinem Millennium Challenge Account genannten Entwicklungshilfefonds umgesetzt.
Im letzten Abschnitt verkündet Seitz „Sechs Wahrheiten zur Entwicklungspolitik“, die dann etwas radikaler sind, als die zuvor erwähnten Verbesserungsvorschläge. Die sechs Wahrheiten laut Seitz sind:
1.Malaisen in Afrika dürfen nicht schöngeredet werden
2.Der Erfolg der Entwicklungszusammenarbeit muss überprüft werden
3.Auch die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen sollte regelmäßig überprüft werden
4.Wir sollten so wenig Geld wie irgend möglich und nur so viel wie dringend nötig fließen lassen
5.Eine schlechte Regierungsführung muss Folgen haben
6.Die Schlüsselrolle im Kampf gegen die Armut müssen die afrikanischen Regierungen selbst übernehmen

Das Buch von Volker Seitz reiht sich in eine inzwischen immer länger werdende Reihe von Büchern ein, die sich kritisch mit dem Thema Effektivität der Entwicklungszusammenarbeit auseinandersetzen. Seitz lässt keinen Zweifel daran, dass er die Ursachen für die Malaise in weiten Teilen Afrikas nicht in einer „kannibalischen Weltwirtschaftsordnung“ (Jean Ziegler) sieht, sondern in der korrupten und nicht an den Entwicklungsbedürfnissen der eignen Völker interessierten politischen Kaste Afrikas. Als Königsweg zur Entwicklung in Afrika sieht er gute Regierungsführung und Investitionen in Bildung. Der von Seitz gelegte Fokus auf gute Regierungsführung wirft allerdings die Frage auf, was mit den Ländern passieren soll, die sich nicht an die Spielregeln der guten Regierungsführung halten. Sollen Länder wie beispielsweise Somalie, der Sudan oder die D.R. Kongo sich selber überlassen werden? Volker Seitz bietet hier mit seinen Vorschlägen keine überzeugenden Alternativen.
Rupert Neudeck schreibt in seinem sehr interessanten Vorwort zum Buch: „Es gibt viele Bücher über das Scheitern dessen, was wir mit einem falschen Wort Entwicklungshilfe nannten. Dieses Buch gibt dem Gebäude den letzten Stoß. Nach seiner Zerstörung muss etwas ganz anderes aufgebaut werden.“ Diese Behauptung ist vielleicht etwas vollmundig und es ist wohl kaum zu erwarten, dass mit der Publikation dieses Buches tatsächlich das Ende der bisherigen Entwicklungspolitik eingeläutet ist. Richtig ist allerdings, dass es eine ehrliche Debatte zur Effektivität von Entwicklungszusammenarbeit braucht und dort wo es notwendig ist, auch den Mut zur radikalen Veränderung.
„Afrika wird armregiert“ ist leicht zu lesen, vielleicht manchmal etwas zu leicht. Manche der teilweise sehr komplexen Thematiken werden vom Autor auf wenigen Seiten abgehandelt. Wenig hilfreich ist auch der stellenweise polemische und verallgemeinernde Ton. Dennoch bietet das Buch von Volker Seitz eine interessante Perspektive auf die Problematik der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und ist eine wichtiger Beitrag zur Debatte um die Effektivität der Entwicklungshilfe.

10
Jan
2010

Buchbesprechung: Jean Ziegler, Der Hass auf den Westen

Jean Ziegler, emeritierter Soziologie Professor und UN Sonderberichterstatter hat wieder ein Buch veröffentlicht. Der Titel des Buches ist „Der Hass auf den Westen“ und der reißerische Untertitel des Buches lautet: „Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren.“ Der im Untertitel erwähnte, angebliche wirtschaftliche Weltkrieg wird dann im Buch aber weder definiert noch mit Daten oder Fakten belegt. Es darf also vermutet werden, dass der Untertitel wohl nur gewählt wurde, um die Verkaufszahlen zu steigern. Das neue Buch Zieglers reiht sich nahtlos in die bisher veröffentlichten Schriften des Autors ein, und identifiziert wieder die üblichen Verdächtigen wie WTO, IWF, Weltbank und multinationale Unternehmen als die Verantwortlichen für alles Leid dieser Erde. Das Buch hätte auch gut auch einen anderen Titel haben können, beispielsweise „Zieglers Hass auf den Kapitalismus“.
Die Kernthese des Buches ist, dass die Menschen im globalen Süden den Westen hassen und dass die Quellen dieses Hasses im Sklavenhandel, im Kolonialismus, in der Doppelzüngigkeit des heutigen Westens und in einer kannibalischen Wirtschaftsordnung liegen. Laut Ziegler befindet sich der Süden heute in einem Aufstand gegen den Westen; ein Aufstand in dem sich ein historisches Bewusstsein für die erlitten Leiden widerspiegelt.
Diese Kernthese ist in vielfältiger Hinsicht problematisch. In keinem Punkt seines Buches untermauert Ziegler den angeblichen Hass auf den Westen mit Zahlenmaterial oder Umfragen. Als Beweis für seine schwerwiegende und weitreichende These genügen ihm Gespräche, die er mit ausgewählten Gesprächspartnern geführt hat. Dass in vielen Ländern des Südens eher ein Hass auf die eigenen korrupten Eliten besteht, als ein Hass auf den Westen wird im Buch nicht thematisiert. Auch dass dort wo wirklich ein Hass auf den Westen besteht, die Quellen immer im Sklavenhandel, Kolonialismus, etc. liegen, so wie Ziegler uns weismachen will, ist in keiner Weise eine ausgemachte Sache. Als Gründe für den Hass auf den Westen könnte genauso gut die Spannung zwischen Tradition und Moderne angegeben werden. In vielen Länder des Südens sind nach wie vor starke patriarchalische Strukturen vorhanden, die in der Liberalität des Westens, vor allem in Bezug auf Individualismus und Emanzipierung der Frauen und Homosexuellen, eine klare Gefährdung ihrer eigenen Wertesysteme erblicken und deshalb den Westen hassen.
Am interessantesten ist allerdings das was Ziegler nicht erwähnt. Ein Buch mit dem Titel „Der Hass auf den Westen“ lässt eigentlich erwarten, dass der islamischen Fundamentalismus zumindest thematisiert würde. Allerdings weit gefehlt. Ziegler geht in seinen Beispielen nicht auf den islamischen Fundamentalismus ein und liefert dafür auch keinerlei Erklärungen. Der Grund dafür ist wohl, dass sich die Ablehnung des Westens in weiten Teilen der islamischen Welt nicht einfach mit den gängigen schwarz-weißen Erklärungsmustern von Ziegler beschreiben lässt.
Jean Zieglers Buch ist kein sozialwissenschaftliches Sachbuch sondern fällt mehr unter die Kategorie „ideologisch gefärbte Reiseerzählungen“. Wie ungenau und polemisch Jean Ziegler mit Fakten umgeht, kann beispielsweise anhand des Epilogs des Buches verdeutlicht werden. Hier geht Ziegler kurz auf die Ursachen der Explosion der Grundnahrungsmittelpreise in vielen Entwicklungsländern ein. Eine Thematik mit der er sich als UN Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung eigentlich bestens auskennen sollte. Als Grund für die Preisexplosion für Grundnahrungsmittel identifiziert Ziegler, wie bei ihm nicht anders zu erwarten ist, den Westen.
Beispielsweise führt er Mali an, dass vom Westen dazu gezwungen werde, Baumwolle für den Weltmarkt zu produzieren, anstatt Nahrungsmittel für die eigene Bevölkerung anzubauen und deshalb nun Reis aus Vietnam importieren müsse. Hier widerspricht sich Ziegler selber, denn an einer anderer Stelle des Buches (Seite 85) schreibt er von der strukturellen Gewalt des Westens, die auf die Vernichtung des Baumwollmarktes in Mali abziele. Es ist unlogisch dem Westen einerseits vorzuwerfen, dass er Mali zum Export von Baumwolle zwinge und gleichzeitig den Baumwollmarkt für Mali vernichten wolle. Ziegler erwähnt auch nicht, dass es sehr wohl Sinn machen kann, dass sich Länder auf die Produktion von Agrargütern spezialisieren, für die sie die geeigneten klimatischen Bedingungen besitzen. Warum sollte Vietnam Baumwolle anbauen und Mali Reis pflanzen, wenn sie darin keine komparativen klimatischen Vorteile haben?
Als weiteren Faktor für die Preisexplosion sieht Ziegler die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln. Hier hat er im Prinzip Recht. Allerdings ist Ziegler wieder sehr selektiv bei der Schuldzuweisung und sieht die Schuldigen nur im Westen. Bekanntlich profitierten aber auch viele lokale Händler im Süden und teilweise auch hochrangige Politiker, wie beispielsweise in Kenia, massiv von Nahrungsmittelspekulationen. Ausserdem haben auch andere globale Faktoren wie Missernten und Veränderung im Nahrungsmittelkonsum in Ländern wie beispielsweise China zu einer Erhöhung der weltweiten Nahrungsmittelpreise beigetragen. Für Ziegler sind diese Faktoren allerdings keiner Erwähnung wert, wahrscheinlich weil sie nicht einfach dem Westen in die Schuhe geschoben werden können.
Das neue Buch von Jean Zieglers ist leicht und schnell zu lesen. Am Besten ist Ziegler wenn er seine persönlichen Eindrücke von den vielen Orten die er besucht gekonnt literarisch beschreibt. Allerdings sind manche Elemente auch sehr repetitiv. Beispielsweise fügt Ziegler beim Erwähnen seiner diversen Gesprächspartner immer eine kurze Charakterisierung und Beschreibung bei. Als Faustregel gilt dabei, dass Zieglers Gesprächspartner die den Westen vertreten, als arrogant, gerissen, kurz unsympathisch beschrieben werden. Seine Gesprächspartner aus dem Süden sind freundlich, lächelnd, von großer Herzlichkeit und, sofern es Frauen sind, sogar von betörender Schönheit. Die Charakterisierungen mit denen Ziegler seine Gesprächspartner beschreibt bedienen in ihrer Einfachheit alle Stereotype seiner Weltanschauung. Wer Jean Ziegler liest, muss wissen, dass er keine empirisch wissenschaftliche Erklärung für die vielfältigen Probleme und Nöte der Bevölkerungen von Entwicklungsländern finden wird, sondern eine ideologische Erzählung, basierend auf einer Weltanschauung aus einer vergangenen Zeit.

22
Nov
2009

Book review: The Bottom Billion by Paul Collier

With "The Bottom Billion – Why the poorest countries are failing and what can be done about it", Paul Collier, Professor of Economics at Oxford University has written one of the most convincing and exciting books about development I have read so far. In this book Collier provides a long overdue new way of conceptualising development. For many decades the world has been divided by academics in a developed world with roughly 1 billion inhabitants and the third world containing the rest of the planets population. This distinction however, is becoming increasingly unhelpful as many of the once so called third world countries are advancing with great steps and have become important players in the global political and economic arenas. There is however a group of countries with roughly 1 billion people that remain stuck in a vicious cycle of poverty and political instability.
The concept of the bottom billion refers directly to this group of countries and does not imply that there are no poor people outside the bottom billion countries. Countries like India, China, Brazil or the Philippines still host millions of extremely poor people that might live in similar dire conditions as people in the bottom billion countries. The difference is however, that these countries have entered a rapid growth path that is successfully lifting ever larger parts of the populations of these countries out of poverty. In the bottom billion countries no such dynamic exists and they remain therefore stuck. The logical policy advice of this analysis is of course that development actors should focus their energy and attention to the countries of the bottom billion.
Collier does not provide a list of the bottom billion countries but mentions that they are currently made up of fifty-eight countries (For a list of the bottom billion countries turn to Collier's latest book „Wars, Guns and Votes“). Most of these countries are in Africa, but there are also countries in Asia and Latin America that form part of the bottom billion. The characteristics of the typical bottom billion country are a very low per capita income (read extreme poverty), low or negative growth rates (read no hope for change) and persistent political instability (read civil war, corruption and non effective government services).
After conceptualising the group of the bottom billion countries the question is why these countries are falling behing when the rest of the world has rapidly advanced on all major development indicators. Collier's explanation is that these countries are stuck in at least one or more of four traps that lock them into a vicious cycle. The four traps are: (1) the conflict trap, (2) the natural resource trap, (3) landlocked with bad neighbors trap, and (4) bad governance in a small country trap. Fortunately, Collier does not make use to the theory of poverty being a trap in itself. If a poverty trap as such would exist, no country would have ever developed as all were initially poor.
The conflict trap is the first trap that Colliers deal with in his book. He provides the shocking statistic that seventy-three percent of the people in the bottom billion countries have recently experienced civil war or are still in a state of civil war. Civil war as such does not need to be a trap as many of the now developed countries have gone through civil war. The difference is however, that for the bottom billion there is an increased risk of repeated civil war because of low income, slow growth and dependence on primary commodities. Civil war affects these other factors negatively and vice versa.
The second trap is the natural resource trap which is sometimes also referred to as resource curse. This trap is somehow paradoxical as one would assume that the occurrence of natural resources in a country is rather a blessing than a curse. However, the political economy of resource rich developing countries is often characterised by fighting of different political or ethnic groups over the control of the revenues that flow from the resources. The resource curse can therefore hinder the development of democracy in a country as politicians become obsessed with getting an ever larger part of the resource rents for themselves. The export of primary resources can also negatively affect the development of the rest of the economy through what is called the „dutch disease.“ This refers to the phenomenon that the export of resources can lead to an unfavourable exchange rate that stifles the rest of the export economy.
The third trap refers to landlocked countries wit bad neighbors. Africa hosts a number of such countries, like for example Burundi, Rwanda,Uganda, and Tchad. Because of geography these countries have great difficulties in positively participating in globalization. Anybody who would want to set up a factory in a place like for example Burundi would need to produce for export as the local market is just to small. In order to reach international markets goods from Burundi would first have to be brought to Mombasa in Kenya from where they could be shipped to markets across the world. However, the cost of transporting goods from Burundi to Mombassa is so high that goods produced in Burundi could never compete with for example goods produced in Bangladesh which has direct access to the sea. Furthermore, landlocked countries are dependent on their neighbors transport infrastructure to import goods. This explains that many of the landlocked countries are ultimately dependent on their neighboring countries for their economic development. A reasonable conclusion of this is that some of the landlocked African countries should maybe never have become independent states as they do not form economically viable units.
The fourth and last trap is bad governance in a small country. Bad governance refers to bad policies and endemic corruption. According to Collier, countries with small population sizes are more likely to suffer from bad governance as they have a smaller pool of human resources to draw on for designing and implementing effective policies. Many of these countries suffer from a „brain drain“ where the young and talented leave the country because of the lack of opportunities back home. Some of the countries with bad governance even become failed states like for example Somalia or Afghanistan. These countries form the very end of human development and the international community so far has not found an effective way of fixing failed states.
Are countries in the bottom billion doomed to be eternally locked into the four traps? No, according to Collier these traps can be overcome but it is hard for the bottom billion countries to do it by themselves. Overcoming the traps therefore warrants the help of the international community. Collier suggests four instruments that can be used to help the bottom billion countries. The four instruments are: (1) development aid, (2) military intervention, (3) laws and charters, and (4) trade policy for reversing marginalization.
The first instrument is development aid which has been the standard answer by the developed world with regards to the development problems of poor countries. Development aid is however increasingly coming under criticism as the last forty years of aid have brought little progress in the poorest countries. Collier is therefore sceptical about calls for simply injecting more development aid money to poor countries to solve their development problems. An interesting example that Collier gives in this respect is that in many bottom billion countries there is no shortage of money generated by the sale of natural resources. The oil revenues in countries like Angola or Nigeria simply dwarf the amount of aid given to these countries. Nevertheless, the billions of dollars generated for the state through the sale of oil have so far not brought the expected push for development. In such cases it is therefore difficult to argue for more budget support given by international donors as the problem is obviously not a shortage of government revenues.
In some bottom billion countries with no revenues from oil or minerals development aid already constitutes a large part of the annual state budget. Increasing this share further or even doubling it as proposed by some aid advocates might lead to a situation where these states are completely dependent on aid with all the negative effects this can have.
For Collier therefore it is clear that traditional development aid has its limitations to solve the development problems of the bottom billion. Nevertheless, Collier maintains that aid can play an important role when it is better targeted at supporting reformers and reform processes with the right mix of technical assistance and budget support given to countries that are willing to improve on governance.
The second and probably most controversial instrument Collier suggests is the use of military intervention. Collier argues that despite the bad experience of the Iraq and Afghanistan war the international community should consider using military intervention in the bottom billion countries as one instrument of helping them to develop. Collier gives the examples of Rwanda and Somalia where he says that with more decisive and timely military intervention the suffering of millions of people could have been averted. As positive example for a military intervention Colliers mentions the case of Sierra Leone where the British government with a relatively small number of troops managed to bring an end to a bloody civil war. An interesting suggestion put forward by Collier is that the international community should give a sort of military protection against coups. Such a protection against coups should only be extended to democratically elected governments. Collier argues that this might bring more political stability and make it easier for reformist governments to go against entrenched military interests.
As third instrument Collier suggests the use of laws and charters. One way of changing laws to benefit the bottom billion countries that Collier puts forward is to stop the deposit of money stolen by corrupt governments on bank accounts in the developed world. Linked to this Colliers also suggests that companies involved in bribing should face legal prosecution in their home countries. Besides changing laws Collier advocates a number of international charters that would bring benefits to reforming governments in the bottom billion. The most interesting of his suggestions is a charter for natural resource revenues. As part of this charter Collier recommends that contracts for natural resource extraction should be auctioned off in an international process. This would ensure that governments award the contracts to the highest bidder and not to the one paying the largest bribe. This would then also imply that contracts which were not awarded in a transparent process would not be legally binding for reformist governments.
As fourth and last instrument Collier suggests a trade policy for reversing marginalization. Collier starts this section of the book with an attack on NGOs and particularly Christian Aid United Kingdom, claiming that trade policy was the area of economics least well understood by the NGO world. The problem for the bottom billion according to Collier is not that they have been exploited by international trade and processes of globalization but rather that they have been bypassed by globalization. Collier then goes on to advocate for an active trade policy by the developed world that would help the bottom billion countries to build up their export capacities.
In the last section of the book Collier sets out an agenda for action. He suggests that the international community should use all four of the above mentioned instruments to varying degrees depending on the needs of each bottom billion country. In order to make change happen, Colliers calls upon the public in developed countries to be more informed about development issues and to go beyond simply advocating for more aid.
With The Bottom Billion Paul Collier has written a fascinating work of political economy, full of insights and relatively easy to read considering the complexity of issues presented in the book. Most importantly Collier's analysis of the development problems of the bottom billion countries is not rooted in outdated ideology but in good science. He avoids falling on either sides of the extremes (Easterly and Moyo vs. Sachs) when it comes to the current debates about development aid and provides a refreshingly new perspective to many issues. The Bottom Billion is easily the best book about development in the last decade.

18
Oct
2009

Book review: Dead Aid by Dambisa Moyo

There is a new best-seller amongst people working in development. It's Dambisa Moyo's provocative "Dead Aid". The book can be found in all bookshops on major African airports or cities with an expatriate community working in development. "Dead Aid" is a critique of development aid that is poised to become a bestseller amongst frustrated UN, NGO and other people working in development in Africa like it was "Lords of Poverty" by Graham Hancock some years ago.
Dambisa Moyo is certainly not the first one to offer a critique of development aid. In fact, most of what Moyo writes has been said before by people like Peter Bauer, or more recently William Easterly. She is not even the first African to raise a critical voice on development aid. There are others like the Kenyan economist James Shikwati who are also outspoken about their rejection of western aid to Africa. The reason why her book has gained more attention than the books of other critics has probably to do with her personal background. Moyo is a highly successful academic and business women from Zambia with experience working for the World Bank and for Goldman Sachs. This personal background together with her clear-cut and merciless critique makes it easy to catch the attention of readers interested in development.

In essence Moyo's book is about aid effectiveness. This is certainly not a new subject and is being discussed by academics and aid practitioners since years. Especially with the advent of the Millennium Development Goals and the calls by aid advocates like Jeffrey Sachs, Bono and Bob Geldoff to double development aid to Africa the question whether aid actually works has been at the forefront of discussions. Moyo's contribution to the discussion of aid effectiveness is a simple one. She denies outright that the official development aid of about 1 Trillion US Dollars that was given to Africa since the end of the World War II has achieved anything. But that's not all. The twist in Moyo's argument is that development aid is not only not the solution to Africa's development problems, but that development aid is actually the real problem. According to Moyo it is the official development aid that has corrupted African politicians and taken away the self-initiative of Africans. Moyo's policy recommendation is therefore a radical shock-therapy for Africa. She suggests that all official development aid should be stopped within an agreed timeframe of five years.

Now, how good is the empirical basis of Moyo's argument? She claims that the African countries receiving large amounts of development aid have also had the worst growth rates and that conversely those that received little, like say Botswana, had the best growth rates. This observation is well true. Her argument in essence is that development aid causes bad economic performance. However, it is not surprising that Western donors would select countries with low development indicators to receive development aid and not the ones with relatively good ones. There is therefore not necessarily a causal link between receiving development aid and showing bad performance on economic growth as Moyo claims. Rather the link is that donors consciously choose countries with bad economic performance as they are in more need to receive aid.
Another claim that Moyo makes is that despite the 1 Trillion US$ Dollar spent on development aid in Africa poverty levels in many countries have not significantly declined and in some countries poverty is actually increasing. On the whole this observation again is true. However, if from the 1 Trillion US$ Dollar we deduct all the money that was spent to prop up corrupt governments during the cold war times, like Mobutu's Zaire, and all the money that actually stayed in the West through tied aid and interests paid on soft loans the actual figure in US$ that was spent on poverty reduction would be a lot less than the 1 Trillion US$ Dollar. Nevertheless, Moyo is right that the results are not impressive and the aid industry should seriously look into how to combat corruption and increase aid effectiveness in Africa.

One element that Moyo points out that needs serious attention is the so called micro-macro paradox. Moyo brings the example of an African mosquito net producer that goes out of business because western donors donate mosquito nets for free. This is not the best example as western donors could and often do buy Mosquito nets locally. A better example for the micro-macro paradox would be for example a water project in a dry region. On the micro level the water project might improve the living conditions of say pastoralists in a dry area as they have easier access to water. However, this easier access might also lead to an increase in cattle herds that is beyond what the dry environment with scarce grazing opportunities can sustain. So in the end the well intentioned water project might on the macro level lead to a destruction of the environment on which the larger community depends and thus in the long rung increase poverty instead of reducing it. Moyo is right that the micro-marco paradox needs much more attention. However, she is wrong not to mention the undeniable benefits that a myriad of development projects have brought to many individuals in Africa.

Moyo's book adds to long list of uni-causal explanations why Africa is lagging behind with its development indicators. After the blame has been put on the slave trade, colonialism, imperialism, capitalism, globalization, bad governance, geography and unfavourable climate conditions, Dambisa Moyo now lays all the blame on development aid. As some people, like say Jeffrey Sachs, Bono and Bob Geldof, maybe overestimate the power of development aid to do good and to bring sustainable change, Moyo certainly overestimates the power of development aid to do bad.

In her book Moyo doesn't stop with the analysis of what went wrong in Africa, but she dedicates half the book to what she sees as the solution to all the woes and ills of Africa. Her policy recommendations are essentially packed in what she calls the "Capital Solution". This capital solution entails a greater openness of African states to financial markets. In her view the money flows of financial markets should as soon as possible replace the aid flows. Certainly Africa needs better integration into international financial and commodity markets and most of all Africa needs more entrepreneurs. But whether all the good things for Africa will come from open capital markets is at least questionable given the recent financial crisis that originated in the very same institutions that Moyo thinks will save Africa. Moyo's policy recommendations for Africa are clearly influenced by her experience and the world view gained whilst working for Goldman Sachs.
The other policy recommendation of Moyo, namely to stop all development aid to Africa within five years could entail serious humanitarian and political risks. What would happen to the hungry in Africa? Is it really realistic that after decades of neglect governments would suddenly wake up and feed the hungry? And what would be the chances that there will be more failed states in Africa to be added to the list of Somalia, Sudan, Zimbabwe, Chad and D.R. Congo?
To sum up provocative solutions like the ones presented in "Dead Aid" are good to make headlines and sell a book. To serve as real policy recommendations they are however rather to simplistic. Nevertheless, the book is well worth reading and has taken the discussion of aid effectiveness to a larger audience than the usual academics and aid practitioners.

4
May
2009

Sunrise

Sunrise over the river Nile, Bujagali Falls, Uganda

Sunrise over the river Nile, Bujagali Falls, Uganda

6
Apr
2009

„Guns, germs and steel“ and „Collapse“ by Jared Diamond

Why did the development of societies proceed at different rates on different continents? And why did some societies collapse and disappear? Jared Diamond has written two fact-filled books in which he tries to answer these two questions. In his 1997 book „Guns, germs and steel: A short history of everybody for the last 13,000 years“ Diamond searches for explanations for the differing rates of development of human societies on different continents over the last 13,000 years. In „Collapse: How societies choose to fail or survive“, first published in 2005, Diamond looks at the opposite problem, and examines how past and present societies have collapsed and disappeared. In both books Jared Diamond uses a method of comparative history with insights from other sciences like ecology, evolutionary biology, geography, linguistics and genetics in order to search for ultimate explanations for the development and decline of past and present societies.

In „Guns, germs and steel“ Diamond takes the long view of human history and a global perspective in order to look for ultimate causes that shaped the development of peoples and societies. In one of the chapters, Diamond looks at the Spanish conquest of Native American societies and identifies several factors behind the conquest, like Spanish germs, horses, literacy, political organization, and technology. Those factors are proximate causes for the spanish conquest but Diamond is in search for the ultimate causes that led to the development of those factors in Spain but not in Peru. Diamond identifies as ultimate cause for the build-up of societies the rise and spread of food production, i.e. the shift away from hunting and gathering to agriculture and herding allowing for complex political and military organisation. The rise in agriculture in turn was linked to the natural environment in which peoples evolved and the availability of wild seeds and animals for domestication. In a nutshell, Diamond attributes the different historical development of societies to the different environments in which they evolved and the possibilities for exchange and learning they had with neighboring societies.
The comparative method employed by Diamond proves especially fruitful when he looks at the development of Polynesian societies which spread into the Pacific on islands with greatly differing environments. Within a few thousand years, the development on those islands differed markedly, with some societies remaining hunter-gatherer tribes and others developing into proto-empires. The different development of those island societies serves Diamond as a model to understand the more complex historical dynamics on a world scale.

In „Collapse“ Diamond proposes a five-point framework of factors that lead to the collapse of societies: environmental damage, climate change, hostile neighbours, friendly trade partners (or the lack of it) and a society's responses to its environmental problems. In the course of the book Diamond gives examples of collapses of past and present societies and analyses the role played by one or several factors of his five-point framework.
One interesting case study, that of Easter Island, is presented by Diamond as an example for a pure ecological collapse of a society, due to total deforestation leading to war and resulting in a massive population die-off.
Another case study which is discussed at length is the collapse of the medieval Norse population in Greenland. This well documented case serves Diamond to show how all the five factors of his framework were at work to cause the collapse of a society. Furthermore, this case study is interesting as it also demonstrates the influence of culture in the downfall of a society. The Norse society in Greenland which aspired to a medieval European economy and lifestyle vanished whereas the Inuit with a very different lifestyle survived in the same environment.
In the last part of the book Diamond tries to draw practical lessons from his historical analysis for the environmental challenges faced by today's societies. The difference between past and present societies is of course, that whereas past societies have lived partly in isolation and their decline was thus a local or regional phenomenon, today's societies live in a globalized world facing global environmental challenges, with the prospect of a global decline. Despite the enormous environmental challenges faced by today's societies, Diamond displays a cautious optimism in his book and believes that if we learn from the mistakes made in the past we might succeed in solving today's challenges.

Diamond's quest for the ultimate causes of human history is a fascinating intellectual journey and he manages to convincingly explain the broad patterns of human history. Both books are full of insights and interesting historic details. Diamond clearly identifies environmental factors as major drivers behind human history but he does not fall in the trap of environmental determinism. Nevertheless, sometimes Diamond's analysis is a bit too narrowly focused on environmental factors at the expense of the role of culture, political institutions and individuals in shaping human history. For example the discussion of modern Rwanda in „Collapse“ identifies environmental factors and population pressure as the ultimate cause the 1994 genocide. However, colonialism, political injustices and ethnic hatred that has developed over decades in Rwanda, might suffice to explain the 1994 genocide and might be the ultimate and not just proximate cause for the Rwandan collapse.
If you read only one of the two books, then „Guns, germs and steel“ is to be recommended. The pace of the book is faster, the insights more numerous and the structure of the book is more coherent than in „Collapse“.
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Robert Moosbrugger

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